Saturday, 27. february 2010 6 27 /02 /Feb. /2010 10:24
Viele Vermieter verlangen bei Paaren die Unterschrift beider Mietparteien, doch damit unterschreibt man eine Zwangsgemeinschaft aus der man kaum noch herauskommt. Selbst eine Scheidung ist einfacher als aus so
einem Mietverhältnis herauszukommen.

Der Mietvertrag kann nur aufgelöst werden, wenn beide Mietparteien unterschreiben. Verweigert der Partner und der Vermieter die Enlassung aus der Haft hat man ein Problem. Man wird also gezwungen weiterhin zusammen in einer
Wohnug zu leben, obwohl das eine absolute Zumutung darstellen kann.

Es bleibt dann nur noch der Weg über einen Anwalt die Entlassung aus der Haft gerichtlich zu erwirken. Daraus kann
sich folgende Situation ergeben:

Aus finanziellen Gründen bin ich mit einem Bekannten zusammengezogen, somit haben sich die Mietkosten halbiert.
Leider habe ich diese Entscheidung schon beim Einzug in die neue Wohnung bereut. Aber da die alte Wohnung gekündigt war, konnte ich aber nicht mehr zurück. Schon beim Einzug hat er nur rumgebrüllt weil ihm alles zuviel war.
Da ich bereits 30 Kartons gepackt hatte und keine weiteren Kartons hatte wollte ich die vorhandenen Kartons erst leeren um sie dann nochmals zu verwenden. Dafür handelte ich mir gleich einen Rüffel ein, allerdings stellte sich heraus, dass mein alleswissender, unfehlbarer Partner überhaupt noch keinen einzigen Umzugskarton gepackt hatte.

Er leerte kurzerhand alles in offene Plastikkisten, Obstkisten und sonstige Kartons. Eine Beschriftung oder Sortierung hielt er nicht für notwendig. Alle diese Kisten stehen nach über einem Jahr immer noch so im Keller wie sie dort hineingestellt wurden. Sie sind dort bis zur Decke gestapelt und man kommt kaum in den Keller hinein.

Nachdem ich meinen alten Keller allein leergeräumt habe und soviele Kisten und Kartons geschleppt habe, dass mein Rücken mich fast vor Schmerzen umbrachte, ich hatte einen Lendenwirbelbruch und bin von daher nicht mehr sonderlich belastbar, musste ich mir anhören, dass ich ja keine große Hilfe beim Umzug war. Ich konnte eine Woche kaum laufen und habe mir soviele Schmerztabletten reingehauen, dass mein Magen schließlich auch noch verrückt spielte.

Aber das reicht noch nicht, mein alleswissender, unfehlbarer Partner schleppt mir dann in die liebevoll eingerichtete neue Wohnung seine Saufkumpane und Saufschwerstern an, die unsere Wohnung wohl für ein Hotel halten. Sein Zimmer, das Schlafzimmer welches ich schon seit Monaten nur noch betrete um Kleider aus dem Schrank zu holen
sieht aus wie das eines Messies. Überall liegen Kartons und Gegenstände auf dem Boden herum. Er scheint das
für gemütlich zu halten, leider habe ich eine andere Vorstellung davon. 

Auch unsere Katzen haben sich nicht sonderlich gut vertragen und mein Kater hat seine Katze tyrannisiert. Deshalb kam sie kaum noch aus dem Schlafzimmer heraus. Nachdem sie irgendwann doch mal herauskam stellte ich fest das sie in keinem guten Zustand war und da er sich offensichtlich nicht darum kümmerte bin ich mit ihr zum Tierarzt. Es stellte sich heraus, dass sie einen schweren Leberschaden hat. Ich bekam Medizin die man ihr täglich geben sollte. Nachdem ich ihm erklärte er müsse ihr die Medizin täglich geben und das es etwas schwierig wäre, zog er die Medizin in eine Spritze auf verabreichte ihr diese und erklärte, er wüsste nicht wo da das Problem wäre.

Gut, das kann er also auch besser und da er damit keine Probleme hatte überließ ich es ihm, denn da mein alter Kater auch täglich seine Medizin braucht, er hat auch Probleme mit Nieren und Leber, dachte ich dass er schon für seine Katze sorgen würde. Dachte ich.....
Nach einer Woche kam die Katze aus dem Zimmer und war offensichtlich kurz davor den Löffel abzugeben. Ihr Zustand war erbärmlich und ich packte sie und ging unverzüglich zum Tierarzt. Der war entsetzt über ihren Zustand und ich erklärte das ich dafür nicht verantwortlich wäre, da ihr Besitzer ihr offensichtlich nicht die Medizin gegeben hat und ich sie schon über eine Woche nicht mehr gesehen habe. Da ich das Messiezimmer nicht betrete, nur wenn ich unbedingt etwas von dort brauche habe ich ihren Zustand leider erst viel zu spät bemerkt.

Sie musste dort bleiben weil sie völlig dehydriert war und bekam Infusionen. Sein einziger Kommentar als ich mit dem leeren Korb vom Tierarzt kam war "ist sie tot" worauf ich erwiederte "noch nicht". Leider hat sie es nicht überlebt und starb mit 7 Jahren weil ihr Besitzer sich nicht um sie gekümmert hat. Makaber an der Sache ist, dass der Besitzer säuft und die Katze den Lebeschaden bekommt. Ich habe ihren toten Körper in den Wald gebracht, da eine Entsorgung nicht mehr möglich war, es war unmittelbar vor Weihnachten und der Tierarzt hätte sie sonst über die Feiertage in die Kühtruhe legen müssen.  

Mein Kater ist 18 Jahre und hat seit über einem Jahr Nierenprobleme, er lebt aber immer noch und wird es hoffentlich auch noch lange tun, da ich dafür sorge das er seine Medizin bekommt und eine entsprechende Ernährung.
Es ist schon makaber das der Besitzer säuft und seine Katze an einem schweren Leberschaden stirbt.

Wir leben in einer 2-Zimmerwohnung und für mich ist er inzwischen nur noch ein Zombie der durch die Wohnung geistert. Er ist tot und hat nur vergessen umzufallen. Ein Mensch der so gleichgültig ist, dass er nicht mal bemerkt wenn seine Katze tot im Zimmer liegen würde ist für mich gestorben. Er lässt sich 24 Stunden vom Fernsehen berieseln und verblödet dabei vollkommen.

Nachdem die Dauerberieselung mich fast zum Wahnsinn getrieben hat, der Fernseher hing ja im Wohnzimmer an der Wand, habe ich ihn abmontiert und ins Schlafzimmer gestellt, wo er ja nun haust. Er kommt auch nur heraus um das Bad oder die Küche zu benutzen. Da ich keine Chance habe aus dem Mietverhältnis herauszukommen, da mir dazu die finanziellen Mittel fehlen um es anwaltlich durchzusetzen und auch ein Umzug Geld kostet werde ich weiterhin mit diesem Zombie in einer 2-Zimmerwohnung hausen müssen.

Ob das Zimmer verwahrlost oder nicht ist mir so ziemlich egal und ich betrete es nach Möglichkeit auch nicht. Die Hausordnung ist mir auch egal ich wohne schließlich nicht freiwillig hier. Was ein Vermieter davon hat wenn er einen Menschen zu so einer Lebensgemeinschaft zwingt ist mir unverständlich. Die Hausordnung eines Hauses in dem ich nur noch gezwungenermaßen wohne, ist mir so ziemlich egal und wenn dem Vermieter das nicht gefällt kann er mir ja gern kündigen. Meine Scheidung war jedenfalls einfacher und ich kann nur dringend davon abraten Mietverträge gemeinsam zu unterschreiben, denn was dabei herauskommen kann sieht man ja.

Nun könnte man ja fragen, wieso zieht man mit so einem Menschen überhaupt zusammen, weil Menschen sich verändern und das nicht immer zum positiven.

Da zwingen sich einem dann Gedanken und Möglichkeiten auf wie man seinen Zwangspartner loswerden könnte die ich hier lieber nicht niederschreiben will.
von Caro Caballo - veröffentlicht in: Gruselkabinett
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Saturday, 27. february 2010 6 27 /02 /Feb. /2010 09:47

Michel hat eine Tante die ihm ab und zu kleine Päckchen schickt, meist mit Vitaminen und Naturmedizin.
Tante Hermine ist der Meinug Michel lebt viel zu ungesund, weil er nach der Arbeit zu faul ist, sich was
anständiges zu kochen. Er lebt von Fertigessen, Brot, Pizza und Fastfood und Tante Hermine ist der
festen Überzeugung das dieses Zeug einen auf lange Sicht krank macht.

Das letzte Päcken schien aber nicht anzukommen und Tante Hermine meinte Michel solle doch bei der Post
mal nachfragen wo das Päckchen denn geblieben sei.

Michel sucht die Telefonnummer seiner Poststelle und muss feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist.
Er kann sie nirgends finden und ruft dann die Telefonauskunft an. Hier erklärt ihm eine freundliche Dame, es
gibt kein Verzeichnis der Postfilialen, er solle doch auf der Hauptstelle nachfragen. Nachdem die nette Dame
ihn gleich weiter verbindet hat er einen Herrn an der Strippe der aber nicht zuständig ist. Er wird mit einem
anderen Herrn verbunden, der ihm dann erklärt, wenn es ein Päckchen ist, dann muss er bei DHL anrufen.

Michel ruft also bei DHL an aber da meldet sich dann ein Serviceautomat oder wie man das nennt.
Für nationale Rückfragen bitte die 1 drücken, für internationale bitte die 2 drücken.
Michel drückt die 1 und der Serviceautomat antwortet, "bitte die Nummer des Päckchens über die Tastatur eingeben".
Michel hat aber keine Nummer, da er das Päckchen ja nicht erhalten hat. Der Serviceautomat verlangt stur immer wieder die Nummer, die Michel nicht hat. Nach einer Weile scheint der dämliche Automat zu begreifen, dass es so
nicht geht und es nimmt tatsächlich ein Mensch ab.

Michel erklärt dem Menschen dass er auf ein Päckchen von Tante Hermine wartet, dass aber scheinbar verschwunden ist. Der Mensch ist genauso stur wie der Serviceautomat und erklärt Michel, ohne die Nummer des Päckchens ist keine
Nachforschung möglich. Frustriert brüllt er ins Telefon, Servicewüste Deutschland das ist kein Service das ist Hühnermist und knallt den Hörer auf.

Die einzige Erkenntnis die sich aus dieser Telefonaktion ergibt ist die, dass es keine Stelle gibt bei der man sich
beschweren kann oder nachforschen kann wo die Post denn abgeblieben ist. Ausser man hat eine Nummer, dann
kann einen der Automatenservice weiterhelfen. Innerhalb von nur einer Woche ist ein Brief und ein Päckchen verschwunden. Dafür hat er Post von Leuten erhalten, die er gar nicht kennt und die wohl auch gar nicht für ihn
bestimmt war.

Die Post ist ein einziger Chaotenhaufen, anscheindend arbeiten dort nur noch Automaten und Aushilfen. Wenn der
Empfänger nicht gerade im Erdgeschoss wohnt wird das Paket als nicht zustellbar wieder zur Poststelle zurückgebracht, denn Treppensteigen ist bei der Entlohnung wohl nicht inbegriffen. Bei der Briefzustellung werden
die Briefe irgendwo entsorgt im nächstbesten Briefkasten, dessen Namensschild irgendwie ähnlich ist. Besonders
wenn man Maier, Müller, Wagner oder so heisst, denn davon gibts ja reichlich.

von Caro Caballo - veröffentlicht in: Michel Deutsch
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Friday, 20. november 2009 5 20 /11 /Nov. /2009 14:01

.....und der Narr hält einer Welt voller Narren den Spielgel vor, damit sie darin ihre Verkehrtheit erkenne.

Die Welt wird von Narren regiert die uns immer wieder vor unlösbare Entscheidungen stellen.

Michel ist nach einem Leben, dass zwar von Arbeit geprägt war, dessen Früchte aber überwiegend andere aufgezehrt haben, endlich im verdienten Ruhestand.

Seine Augen sind nicht mehr so gut und seine Zähne haben sich mittlerweile auch einer nach dem anderen verabschiedet. So sah er sich veranlasst sich eine Brille zu besorgen und ein Gebiss brauchte er auch dringend. Hierzu reichte aber das Geld nicht und so ging er zur Bank und wollte einen Überziehungskredit.

Banker: Was einen Überziehungskredit möchten Sie von uns, wie stellen sie sich das denn vor, da kann ja jeder kommen. Bei Ihnen habe ich ja nicht mal die Sicherheit das sie in ein paar Wochen noch leben, geschweige denn ihren Kredit zurückzahlen.

Michel: Ja wenn ich weiterhin wie eine Blindschleiche rumlaufen muss, weil ich keine neue Brille bekomme, lebe ich wohl in der Tat gefährlich. Das Gehör lässt ja auch bereits nach, aber an ein Hörgerät ist ja wohl schon gar nicht zu denken. Zähne brauche ich auch, sonst kann ich nicht mehr richtig kauen.

Banker: Also ich schlage folgendes vor, beim Kauf einer Brille musst du halt Suppe essen, weil für ein Gebiss reicht es dann nicht mehr. Beim Kauf von einem Gebiss könnte es sein, dass du es bald nicht mehr brauchst, weil du in ein Auto läufst weil das Geld für die Brille nicht mehr reicht.

Kaufst Du Dir hingegen ein Hörgerät, dann siehst du das Auto das dich überfährt zwar nicht aber Du kannst es hören. Ein Gebiss brauchst du dann auch nicht mehr.

Michel: Also dann kaufe ich mir eine Brille, esse Suppe und höre keinen Autolärm mehr.
Also bekomme ich nun den Kredit?

Banker: Wo denkst Du hin, du könntest ja auf dem Weg zum Optiker von einem Auto überfahren werden.

Michel: Ja aber die Banken haben doch günstige Kredite bekommen, da könnten sie mir ja auch so einen ganz kleinen für meine Brille geben.

Banker: Nein, das geht nun wirklich nicht. Dieses Geld brauchen wir um die Banken zu sanieren.

Michel: Die Banken sanieren, ja brauchen die denn auch Brillen, Hörgeräte und Zähne?

Banker: Michel mal so ganz unter uns gesagt Zähne haben sie, Brillen brauchen sie nicht, da sie ohnehin blind sind und Hörgeräte auch nicht da sie ohnehin auf Niemand hören. Nein das Geld brauchen die Bankmanager, das sind die Prämien für geleistete Verdienste.

Michel: Und was soll ich nun machen?

Banker: Tja, hättest Du nicht immer fleißig gearbeitet, wärst du wohl vom Eigenanteil befreit worden aber so musst Du halt sehen wo Du das Geld herbekommst.

Michel: Ich verstehe den Sinn von dem Ganzen hier nicht.

Banker ist doch ganz einfach: Auf diese Art und Weise wird man die lästigen Rentner los, die kosten doch viel zu viel Geld.

Michel betrachtet die Brille des Bankangestellten und erkundigt sich nach der Art der Sehhilfe und der Stärke der Gläser. "Gut dann werde ich es auf einer anderen Bank versuchen" sagt er nachdem er die Auskunft über die Brille des Angestellten erhalten hat.

Zwei Tage später:

Kommt eine maskierte Gestalt in die Bank, hält eine Pistole in der Hand und fordert von dem Mann am Bankschalter: "Die Brille her, aber flott," der verdutzte Banker gibt ihm die Brille und wartet auf die Geldforderung. Der Bankräuber setzt die Brille auf und verlässt eilig die Bank.

Zurück bleibt ein verdutzter Banker.






von Caro Caballo - veröffentlicht in: Michel Deutsch - Community: Lunatic Fans Politblog
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Friday, 20. november 2009 5 20 /11 /Nov. /2009 09:59

Geschichte der Sklaverei

 

Mittelalter

In Europa gab es im Mittelalter Sklaven, die Leibeigene genannt wurden. Ein Leibeigener hatte keine Bürgerrechte und musste Acker bewirtschaften, der ihm nicht gehörte. Manchmal wurde Leibeigenschaft auch an die Kinder weitergegeben. Durch die Abhängigkeit vom Lehnsherren wurden sie meist automatisch wieder Leibeigene.

Bis Ende des 19. Jahrhundert gab es auf dem Land diese Form der Sklaverei.

Leibeigene standen aber auch unter dem Schutz ihres Herren, der sie zwar Verkaufen durfte aber auch schützen musste. Die Leibeigenschaft
bezeichnet eine im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit weit verbreitete persönliche Abhängigkeit von Bauern zu ihren Grundherren.
Die leibeigenen Bauern bewirtschafteten Höfe, die ihren Grundherren gehörten und mussten dafür Pacht zahlen. 
Daneben waren sie zu Frondiensten verpflichtet und mussten, sofern der Grundherr aus dem Klerus stammte, ihm einen Zehnt leisten. Im Gegensatz zu Hörigen, bei denen die Abgaben- und Fronpflichten an das bewirtschaftete Gut gebunden sind, sind sie bei Leibeigenen personengebunden. Der Umfang der Dienste war aber im Gegensatz zur Sklaverei begrenzt und genau festgeschrieben. Außerdem durften Leibeigene, im Gegensatz zu Sklaven, Privateigentum besitzen, wenn auch keine Immobilien.
Auch wenn Leibeigenschaft theoretisch und traditionell von Sklaverei unterschieden wird, ist sie zu bestimmten Zeiten und Umständen praktisch nicht von Sklaverei in dem heutigem Sinne des Wortes zu unterscheiden. 
 
In Süd- und Mittelamerika wurden von den spanischen Kolonisten
einheimische Indianer zu Sklaven gemacht. Sie mussten vor allem in Bergwerken arbeiten, um ihren Herren begehrte Schätze wie Gold zu besorgen. Die Spanier steckten aber viele von ihnen mit europäischen Krankheiten an, an denen die meisten Indianer starben. Deshalb fingen die Spanier an, Afrikaner für sich arbeiten zu lassen. 


Das erste Land, das Menschen aus Afrika versklavte, war Portugal. 1444 erkundeten portugiesische Seefahrer die Westküste Afrikas. Sie nahmen viele Schwarzafrikaner gefangen und tauschten sie gegen Güter. Es gab in Afrika auch schon vorher Sklaverei. Allerdings besaßen Sklaven Menschenrechte: Sie hatten eigenen Besitz und eine Familie und gehörten oft in die Familie ihres Herren wie ein Verwandter.

Erst durch die Europäer wurden Menschen zu einer Ware gemacht, mit der viel Geld verdient werden konnte. Auch afrikanische Könige ließen sich da nicht lumpen und verhökerten fleißig ihre eigenen Landsleute.

Im 17. Jahrhundert fing man in Amerika an, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao und Baumwolle anzubauen. Auf den so genannten Plantagen mussten jetzt nur noch afrikanische Sklaven schuften. Die Zahl der als Feldsklaven bezeichneten Afrikanern stieg ins Unvorstellbare.
Insgesamt wurden bis zu 100 Millionen Menschen aus Afrika verschleppt!


Ein Sklavenhändler bezahlte an der Guineaküste in Afrika für einen gesunden schwarzafrikanischen Mann:


310 Gramm Gold


27 Gewehre


160 Taler


240 Meter dänischer Kattun (bedrucktes Baumwollgewebe)


Schiesspulver


710 Liter Brandwein


815 Liter Rum


250000 Kauris (das Gehäuse einer im Indischen Ozean lebenden Schnecke)


315000 Flintsteine (Feuersteine)

Die durch Gesetzestexte dokumentiert Geschichte der Sklaverei beginnt in den ersten Hochkulturen der Antike. Üblich war die Versklavung von Kriegsgefangenen, deren Nachfahren ebenfalls unfrei waren.
Mit den Aufstieg des Handels entstand die Schuldknechtschaft bei der nicht zahlungsfähige Schuldner bei ihrem Gläubiger in sklavenähnliche Abhängikeit fielen. Sowohl in Rom als auch in Griechenland konnten freigelassene Sklaven das Bürgerrecht erlangen.

Im frühen Mittelalter trieben Turkvölker wie die Chasaren und germanische Völker wie die Waräger und Wikinger im europäischen Raum Handel mit Kriegsgefangenen als Sklaven. Mit der Christianisierung ging die Sklaverei im hochmittelalterlichen Mitteleuropa zurück. Es war Christen verboten andere Christen als Skaven zu verkaufen oder zu erwerben. Der Islam verbot die Haltung und den Handel mit Sklaven nicht.
Südlich der Alpen, etwa in den italienischen Seerepubliken, im Schwarzmeerraum, auf dem Balkan oder in Ägypten wurden jedoch weiterhin Sklaven in großem Umfang gehandelt.

Sklaverei in der Neuzeit
Erneuten Aufschwung erhielt die Sklaverei durch die Ausdehnung des europäischen Seehandels und die Errichtung von Kolonien.
Die Kolonien waren teilweise nur dünn besiedelt, deshalb brauchte man für den Aufbau der Wirtschaft afrikanische Sklaven.
Die weltweit führende Nation war bis ins 19. Jahrhundert Portugal.
Allein nach Brasilien wurden durch die portugisische Kaufleute mehr als 3 Millionen afrikanischer Sklaven verkauft.

Ea gab aber kaum eine europäische Seehandelsmacht, die nicht am internationalen Sklavenhandel beteiligt war. Auch spanische, britische, französiche, holländische und deutsche Kaufleute handelten mit Sklaven.

In vielen außereuräischen Kulturen war Sklaverei traditionell verbreitet, beispielsweise bei den Azteken, den nordamerikanischen Indianern und in vielen Teilen Afrikas und Asiens.

Formale Abschaffung der Sklaverei
Vom späten 18. Jahrhundert an wurde die Sklaverei weltweit allmählich abgeschafft. Seit 1968 bestehen in keinem Land der Erde mehr gesetzliche Grundlagen dafür. Die formale Abschaffung führte jedoch in den seltensten Fällen zur gesellschaftlichen Gleichstellung der früheren Sklaven, dies beweist insbesondere die amerikanische Geschichte. Sklavenähnliche Formen der Unterwerfung von Menschen können jedoch auch in Kulturen beobachtet werden in denen Sklaverei keine Tradition hat, so etwa die Zwangsarbeit des Nationalzozialismus.
 
Geschichtsaufarbeitung
Obwohl die Sklaverei heute in allen Staaten offiziell als abgeschafft gilt, zeigen sich Probleme, sich diesem Thema wirklich zu stellen.
Dies betrifft nicht nur die islmische Welt, sondern ist auch kennzeichnend für den europäischen Umagang mit der Vergangenheit.

So machte der bis 2001 an der Sorbonne lehrende französische Philosoph Louis Sala-Molins anlässlich des zweihundertsten Jahrestages der französichen Revolution darauf aufmerksam, dass keinem der Aufklärer - weder Condorcet, Diderot, Montesquieu noch Rousseau - an der Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien gelegen war. Sala-Monins hält die Einstellung zur Sklavenfrage und zu den Schwarzen für den entscheidenden Schwachpunkt im aufklärerischen Anspruch der propagierten Menschenrechte.  Der vor diesem Hintergrund 1685 unter Ludwig XIV. für die Kolonien erlassene Code Noir fiel der Vergessenheit anheim, bis er 1987 als "monstösester juristischer Text der Moderne" von Sala-Molins wieder veröffentlicht wurde.


Formen der Unfreiheit, Ausbeutung und Sklaverei

Leibeigenschaft
bezeichnet das Verhältnis zwischen einem Grundherren und den Bauern, die gegen Pacht und Frondienste dessen Land bewirtschafteten und von den Erzeugnissen dieser Arbeit leben durften.

Schuldknechtschaft
Bei der Schuldknechtschaft wird ein Arbeiter verpflichtet, unentgeltlich für eine bestimmte Zeit zu arbeiten.

Apprenticeschip
Eine gerichtlich angeordnete Unterbringung von Kindern ehemaliger Sklaven im Haushalt eines Lehrherrn. Diese Übergangsform von der Sklaverei zur Freiheit war u. a. in den amerikanischen Südstaaten nach 1865 weit verbreitet.

Verdingung
Bei der Verdingung, die im 19. Jahrhundert in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz und in Österreich verbreitet war, wurden Kinder (oft Waisen- oder Scheidungskinder) von den Bauern als Arbeitskräfte unter Vertrag genommen. Sie wurden zu schwerer Arbeit gezwungen und vieler Rechte beraubt.

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Zwangsarbeit
Als Zwangsarbeit wird eine Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch gegen seinen Willen und unter Androhung von Stafe gezwungen wird.

Lohnsklaverei
Charakteristisch für Lohnsklaverei ist die willkürliche Ausbeutung von Arbeitnehmern durch Arbeitgeber. Diese Art der Sklaverei scheint eine erneute Blütezeit zu erleben.

Artikel 4 der Menschenrechtskonvention besteht nur noch auf dem Papier
Es hat jedoch niemals zuvor in der Geschichte mehr Sklaven auf der Welt gegeben als heute. Dies betrifft insbesondere die Lohnsklaverei aber auch die Zwangspostitution.

Gesetzliche Grunlagen schaffen die Lockerungen der Gesetze bei Kündigungsschutz und Arbeitnehmerüberlassung. Aber auch die Hartz IV Gesetze die Menschen zur Arbeit treiben von deren Entlohnung sie kaum noch Leben können. Getrieben werden sie durch die Drohung von finanziellen Kürzungen. Hartz IV ist zum Schreckgespenst geworden, das Arbeitnehmer dazu veranlasst so ziemlich alles mit sich machen zu lassen, denn alles ist besser wie Harzt IV.
 
Diese Gesetze ermöglichen es, dass Arbeitnehmer heute jede Arbeit annehmen müssen, unabhängig davon ober sie davon Leben können oder nicht. Sie ermöglichen das Verleihen von Menschen, die von der Entlohnung kaum noch leben können, während die Verleiher daran verdienen.

Die Arbeitnehmer werden in Schichtarbeit gedrängt, ob das mit einem Familienleben noch vereinbar ist, scheint niemanden zu interessieren. Das Recht auf Familie oder Familienplanung ist bei Fabrikarbeitern zweitrangig und wird betrieblichen Interessen untergeordnet.

Eine Solidarisierung der Arbeitnehmer wird verhindert in dem die Belegschaften gespalten werden in drei Klassen. Leiharbeitnehmer, Mitarbeier mit befristeten Verträgen und Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen. In ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu kommen wird immer schwieriger. Diese drei Gruppen konkurrieren miteinander und kämpfen um Arbeitsplätze und Positionen im Betrieb. Dies nimmt Formen an, dass sie sich wie ausgehungerte Hunde um einen Knochen streiten und sich gegenseitig zerfleischen dabei.

Der Anteil der Leiharbeitnehmer steigt ständig. Einzelne Firmen rekrutieren bis zu 50 % der Belegschaft aus Leiharbeitern und wenn dem gesetzlich kein Riegel vorgeschoben wird, könnte sich dieser Trend noch weiter fortsetzten.

Zu Beginn der Krise hat man massenhaft Leiharbeiter von heute auf morgen auf die Straße gesetzt, nur die wenigsten davon haben geklagt, denn auch Leiharbeiter haben Kündigungsfristen. Sie haben aber weder die finanziellen Mittel, sind nicht gewerkschaftlich organisiert und haben somit keine Möglichkeit überhaupt zu klagen. Wer jahrelang so leben muss der klagt keine Rechte mehr ein, der kennt sie nicht einmal.

 

Diese Leiharbeiter werden ausgetauscht wie Ware beim Schlussverkauf. Wenn sie die geforderten Leistungen nicht erbringen oder zu lange brauchen um sich einzuarbeiten werden sie zurückgeschickt und es kommt Ersatz. Ein falsches Wort gegenüber einem Vorgesetzten und weg ist er. So zieht man sich willenlose Arbeitssklaven aber keine motivierten Mitarbeiter die eingenständig denken.

 

Die Altersarmut ist bei Menschen die jahrelang zu Billiglohnarbeit und Leiharbeit gezwungen werden absehbar. Für private Zusatzversicherugen fehlen die finanziellen Mittel.

 

Die derzeitige Entwicklung erinnert stark an Zwangsarbeit und die Lohnsklaverei ist längst zur normalen Realität geworden. 
Die gesetzlichen Grundlagen fördern Armut, Unfreiheit und Ausbeutung in einem Maße das den Grundgesetzen und der Achtung der Menschenwürde vollkommen wiederspricht. Arbeiter die in unter solchen Bedingungen leben haben keine Meinungsfreiheit mehr, keine Menschenwürde und keine Möglichkeiten die wenigen Rechte die sie noch haben irgendwie durchzusetzen.

 

Mit dem technischen Fortschritt scheint gleichzeitig eine Rückentwicklung in Sachen Menschenrechte und Achtung der Menschenwürde einherzugehen die ich erschreckend finde.


Diese Epoche wird wohl in die Geschichte eingehen als Zeitalter der  Lohnsklaverei und Volksversklavung durch Leiharbeit.

 

von Caro Caballo - veröffentlicht in: Alles was Recht ist - Community: Lunatic Fans Politblog
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Wednesday, 25. february 2009 3 25 /02 /Feb. /2009 12:54

Das Peter-Prinzip

oder: Die Hierarchie der Unfähigen

 

Das Peter-Prinzip, so genannt nach seinem Erfinder Laurence J. Peter, beschreibt die Gesetzmäßigkeiten, die die Ursachen sind für die in aller Welt herrschende Unfähigkeit im öffentlichen Leben, in jedem Beruf. Es bietet eine komplette Diagnose der Unfähigkeit, liefert dazu aber auch die Therapie – in satirisch-ironischer Form, aber immer auf dem Boden der Tatsachen.

 

Das Phänomen der Unfähigkeit

 

Unfähigkeit können wir überall beobachten. Es gibt unfähige Lehrer, unfähige Richter, Beamte, Handwerker, Ärzte oder Manager. Unfähigkeit ist nicht auf einen bestimmten Beruf beschränkt. Dabei erwecken unfähige Menschen, besonders wenn sie auf einer höheren Stufe der Hierarchie stehen, oft den Eindruck, als ob sie stets genau wüßten, was sie tun und daß sie stets das Richtige täten.

 

Bei näherem Hinsehen stellt man jedoch fest, daß sie keine Ahnung von ihrer eigentlichen Aufgabe haben und sich in Nebensachen verlieren oder daß sie grandiose Fehlentscheidungen treffen, die oft genug nur deshalb nicht zu ihrer katastrophalen Wirkung kommen, weil der unfähige Chef fähige Mitarbeiter hat, die seine Entscheidungen in die richtigen Bahnen lenken, ohne daß er es merkt.

 

Peter hat viele Beispiele für das Phänomen der Unfähigkeit gesammelt und analysiert. Dabei stellte er fest, daß alle Fälle gewisse Gemeinsamkeiten aufwiesen. Alle Personen, die er beobachtete. waren in einer Position, die sie voll und gut ausfüllten. Weil sie sich als fähig erwiesen, wurden sie befördert und nahmen dann eine Stellung ein, für die sie unfähig und ungeeignet waren. Aus diesen Beobachtungen von vielen hundert Fällen formulierte Peter sein Prinzip:

In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.

 

Diesem Prinzip kann sich im Grund niemand entziehen, weil wir alle in einer Hierarchie eingezwängt sind. Hierarchie ist die Umschreibung der Führungsstruktur einer Organisation, meist dargestellt in Form einer Pyramide, wobei jeder in dieser Organisation Beschäftigte innerhalb der Pyramide einen bestimmten Rang, eine bestimmte Position einnimmt. Die Fähigkeit, mit der ein Mitarbeiter seine Position ausfüllt, qualifiziert ihn zum Aufstieg in die nächsthöhere Position. Doch - genügend Rangstufen innerhalb der Hierarchiepyramide vorausgesetzt - kommt jeder Mitarbeiter mit jeder weiteren Beförderung irgendwann einmal in eine Position, in der er eindeutig überfordert ist. In dieser Position verharrt er dann, weil er sich für einen weiteren Aufstieg nicht qualifizieren kann. Peter folgert daraus:

 
Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgaben zu erfüllen.

 

Natürlich erreicht nicht jeder zur gleichen Zeit seine Stufe der Unfähigkeit, der lnkompetenz. Mitarbeiter, die diese Stufe noch nicht erklommen haben, leisten noch etwas, also:

 

Die Arbeit wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.

 

Man hat keine große Mühe, Beispiele für Peters Grundsätze in der Praxis zu finden:

 

Ein Lehrer wird befördert, weil er ein besonders guter Pädagoge ist. Eines Tages wird er Schulrat. Hier versagt er, weil er zwar der gute Pädagoge, nicht aber der gute Verwaltungsmann ist.

 

Derjenige, der in einer Abteilung seine sachbezogenen Aufgaben bestens erfüllt, wird zumAbteilungsleiter befördert. Er versagt, weil er nicht in der Lage ist, Menschen zu führen.

 

Beide haben die Stufe ihrer lnkompetenz erreicht, an sich fähige Mitarbeiter - jeder am richtigen Platz - vergrößern durch ihre Beförderung das Potential der Unfähigkeit. Nach dem Peter-Prinzip: ,,Blicken Sie in den Spiegel und fragen Sie sich, ob..."

 

 Abweichungen

 

Peters Erklärung für das Phänomen der Unfähigkeit ist einfach, plausibel und logisch. Dennoch mag es Fälle geben, wo das Prinzip offenbar nicht funktioniert. Auch diesen nur scheinbaren Abweichungen ist Peter nachgegangen und hat festgestellt, daß auch sie aus seinem Prinzip heraus erklärt werden können und dem Prinzip unterworfen sind. Peter unterscheidet an scheinbaren Abweichungen:

 

1. Die geräuschlose Sublimierung:

Es handelt sich um eine Pseudobeförderung. Der Chef hat die Unfähigkeit eines Mitarbeiters erkannt und versetzt ihn auf einen anderen Posten, auf dem er genauso unproduktiv ist. Der Beobachter außerhalb der Hierarchie wird getäuscht, andere Mitarbeiter sehen in der geräuschlosen Sublimierung ein Stimulanz (,,wenn der befördert wurde, habe ich auch noch Chancen").

 

2. Die seitliche Arabeske:

Sie ist auch eine Pseudo-Beförderung. Ein unfähiger Mitarbeiter bekommt den Titel eines Vize-Präsidenten und den Auftrag, die Firmengeschichte zu schreiben. Peters Schlußfolgerung: je größer die Hierarchie, um so einfacher ist die seitliche Arabeske.

 

3. Peters Umkehrung:

Peter beobachtete, daß besonders kleine Beamte und Angestellte ohne Entscheidungsbefugnisse geradezu versessen darauf sind, alles korrekt ohne die geringste Abweichung von der Routine zu erledigen, ohne sich zu fragen, ob das irgendeinem vernünftigen Zweck dient. Er nennt diese Mitarbeiter, denen die Mittel wichtiger sind als das Ziel, Berufsautomaten. Nun wird die Befähigung eines Mitarbeiters von dessen Vorgesetztem und nicht von einem Außenstehenden beurteilt. Arbeitet der Mitarbeiter korrekt, gehorcht immer und entscheidet nie, so gilt er als befähigt, weil die Zusammenarbeit mit ihm klappt, unabhängig davon, ob er effektiv etwas leistet. Peter nennt dies Umkehrung bzw. Inversion, weil das Verhältnis zwischen Mittel und Zweck umgekehrt wird.

 

4. Ausschluß aus der Hierarchie:

Manchmal ist zu beobachten, daß besonders fähige Mitarbeiter nicht befördert, was eigentlich zu erwarten wäre, sondern im Gegenteil entlassen werden. Peter erklärt dieses Paradoxon so, daß Super-Kompetenz anstößiger ist als lnkompetenz. Super-Kompetenz gefährdet die Hierarchie. Der Superkompetente wird daher genauso ausgestoßen wie der absolut Unfähige. In beiden Fällen handelt es sich um Extreme, die von der Hierarchie nicht akzeptiert werden können.

 

5. Der paternalistische Zugang

Hier handelt es sich um eine Eigentümlichkeit von Familienunternehmen. Der Sohn des Unternehmers dient nicht von der Pike auf, um dann das Oberkommando zu übernehmen, sondern er steigt gleich oben ein, überspringt also gewissermaßen einige Klassen. So erreicht er nur schneller die Stufe seiner Inkompetenz.

 

 

Aufstiegsversessenheit und Rezepte

 

Peter beobachtet ein merkwürdiges Phänomen: kaum ein Beschäftigter ist zufrieden damit, auf seiner Stufe der Kompetenz zu verharren. Er ist versessen darauf, eine Aufgabe zu übernehmen, die seine Fähigkeiten übersteigt. Peter gibt eine Reihe von Rezepten, wie man seinen Aufstieg beschleunigen kann, um so schneller die Stufe der Inkompetenz zu erklimmen. Dazu gehören:

 

1. Protektion

Protektion wird definiert als die Beziehung eines Beschäftigen - durch Blutsverwandtschaft, Heirat oder Bekanntschaft - zu einer Person, die in der Hierarchie über ihm steht. Protektion verschafft man sich durch Gönnerschaft. Ein Gönner ist eine Person, die in der Hierarchie über einem steht und zum Aufstieg verhelfen kann. Besser als ein Gönner sind mehrere Gönner. Neue Gönner sind besser als alte Gönner. Jeder Gönner braucht aber ein Motiv, das man ihm mit entsprechender Erfindungsgabe verschaffen sollte.

 

2. Ehrgeiz

Protektion ist besser als Ehrgeiz. Ehrgeiz nützt wenig, wenn das Dienstaltersprinzip gilt. Ehrgeiz äußert sich in einem abnormen Lerneifer und darin, daß man morgens der erste im Büro ist und abends der letzte (dies führt zur Beachtung beim Chef, aber zur Verachtung bei den Kollegen).

 

Diagnose

 

Peter hat bei ehrgeizigen Personen ein Erfolgssyndrom beobachtet, das man an Nervenzusammenbrüchen, Magengeschwüren und Schlaflosigkeit erkennt. Hierbei kann es sich um ein Pseudo-Erfolgs-Syndrom handeln bei Personen, die noch Karrieresprünge vor sich haben, oder um das sogenannte Endplazierungssyndrom bei Männern, die am Ende ihrer Karriere stehen und die Stufe ihrer Inkompetenz erreicht haben.

 

 Man kann selbst diagnostizieren, indem man sich fragt, ob die betreffende Person überhaupt noch irgendwelche nützliche Arbeit leistet.

 

Lautet die Anwort

 

ja: dann hat er seine Stufe der lnkompetenz noch nicht erreicht und leidet am Pseudo-Erfolgs-Syndrom.

 

nein: dann steht er auf der Stufe der lnkompetenz und hat das Endplazierungssyndrom.

 

weiß ich nicht: Sie haben Ihre Stufe der Inkompetenz erreicht. Prüfen Sie, an welchen Krankheiten Sie leiden.

 

Endplazierungsmerkmale

 

Neben medizinischen Merkmalen für das Endplazierungssyndrom gibt es aber vor allem auch psychologische.

Wenn man diese kennt, weiß man sofort, ob ein Vorgesetzter, Kollege oder Mitarbeiter seine Inkompetenzstufe erreicht hat.

Hier einige Beispiele aus Peters Sammlung:

 

Phonophilie

Die krankhafte Neigung, mehrere Telefone und Gegensprechanlagen besitzen zu müssen und auch gleichzeitig zu bedienen. Solche Leute sind oft kontaktschwach und versuchen ihre Schwäche durch solche Aktivitäten zu verdecken.

 

Papyrophobie

Der Papyrophobe kann kein Papier auf seinem Schreibtisch leiden. Er erweckt den Eindruck, daß er alles sofort erledigt. Aber in Wirklichkeit erinnert Papier ihn an Arbeit, die er haßt.

 

Papyromanie

Das Gegenteil der Papyrophobie. Man häuft Berge von Papier auf seinem Schreibtisch und erweckt den Eindruck, daß man mehr zu tun habe, als jeder andere bewältigen kann.

 

Ordnungswahn

Man ordnet Vorgänge und Akten, anstatt sie zu erledigen. Beschäftigung mit alten Akten fixiert aber den Blick auf die Vergangenheit anstatt auf die Zukunft.

 

Tabula-Gigantismus

Das zwanghafte Bemühen, stets einen größeren Schreibtisch als die Kollegen haben zu müssen.

 

Rigor cartis

Das engstirnige Bestreben, auch den kleinsten Geschäftsvorfall in Richtlinien, Weisungen, Organisations-und Ablaufdiagramme einreihen zu müssen.

 

Wanken und Wackeln

Die völlige Unfähigkeit, überhaupt irgendwelche Entscheidungen treffen zu können. Gewöhnlich läßt ein solcher Mann alle Probleme ruhen, bis es zu spät ist, sie sich von selbst erledigen oder ein anderer die Entscheidung trifft.

 

Structurophilie

Die Structurophilie (Bauwut) ist die zwanghafte Beschäftigung mit der Planung, dem Bau, der Pflege und dem Umbau von Gebäuden ohne das geringste Interesse daran, welche Arbeit in den Gebäuden erledigt wird oder erledigt werden sollte.

 

Dies sind nur einige Beispiele für das Endplazierungssyndrom, das Erreichen der Stufe der lnkompetenz. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen in Ihrem Betrieb ist ausgeschlossen und wäre rein zufällig.

 

 Der Unfähigkeitstrieb

 

Der Unfähigkeitstrieb, der durch das Peter-Prinzip erklärt wird, ist nicht nur ein individuelles Problem, son-dern auch ein solches der gesamten Menschheitsgeschichte. Nicht nur der einzelne entwickelt sich weiter, bis er die Stufe seiner Inkompetenz erreicht hat, sondern auch die gesamte Menschheit: Der Steinzeitmensch wurde zum Menschen der Bronzezeit, der Eisenzeit, der Technik, der Computer, der Weltraumfahrt. Wann erreicht er seine Stufe der Inkompentenz und - wichtiger noch - wird er sie erkennen?

 

Jede Regierung - so Peter – gleichgültig, ob demokratisch oder diktatorisch, kommunistisch oder westlich, muß zusammenbrechen, wenn ihre Hierarchie einen unerträglichen Reifegrad erreicht hat. Peters Formel dafür lautet:

 
Die Effizienz einer Hierarchie ist umgekehrt proportional zu ihrem Reifequotienten RQ:

 

RQ = Anzahl der Beschäftigten im Zustand der lnkompetenz x 100 /

          Gesamtzahl der Beschäftigten in der Hierarchie

 

Wenn der Reifequotient 100 erreicht ist, kann offensichtlich überhaupt keine sinnvolle Arbeit mehr geleistet werden.

 

Die schöpferische Unfähigkeit

 

Das Peter-Prinzip wäre eine Philosophie der Verzweiflung, wenn es uns keinen Ausweg weisen könnte aus dem Dilemma, daß jedermann eines Tages die Stufe seiner Inkompetenz erreichen wird. Wie läßt sich das vermeiden? Schon ein altes Sprichwort zeigt einen Ausweg. Peter zitiert das bekannte Wort vom Schuster, der bei seinen Leisten bleiben soll als eine deutliche Warnung an den Schustergesellen, sich vor der Beförderung zum Abteilungsleiter in der Schuhfabrik zu hüten. Die Hand, die geschickt mit Ahle und Hammer umgeht, kann versagen, wenn sie den Hammer mit dem Kugelschreiber vertauscht und Lieferfristen und Arbeitspläne bearbeiten soll.

 

Am einfachsten wäre also die Abwehr einer Beförderung. Aber wer kann das schon. Man handelt sich dafür nur den Ärger der Ehefrau und den Spott der Kollegen ein. Man kann aber auf subtilere Art die Beförderung vermeiden. Peter nennt das einen Akt der schöpferischen Unfähigkeit. Die Regel heißt:: Verbreiten Sie den Eindruck, daß Sie Ihre Stufe der Unfähigkeit schon erreicht haben!

 

Schöpferische Unfähigkeit erreicht die besten Resultate dann, wenn Sie den Bereich der lnkompetenz so wählen, daß Sie bei der Erledigung der wichtigsten Aufgaben, die sich aus Ihrer gegenwärtigen Stellung ergeben, nicht ernsthaft behindert werden. Oder mit anderen Worten: Tue nie soviel, wie Du glaubst, tun zu können . Peter nennt noch andere Beispiele, um Beförderungen vermeiden zu können: Man parke stets auf dem Parkplatz des Chefs und fahre dabei möglichst eine alte Klapperkiste. Man gehe nicht so oft zum Friseur und trage ein wenig schäbige Kleidung. Man mache dann der Tochter des Chefs einen Heiratsantrag, auch wenn man sie noch nie vorher gesehen hat.

 

Aber der beste Weg, die letzte Beförderung zu vermeiden. ist die schöpferische Unfähigkeit. Sie ist der Schlüssel zu Glück und Erfolg im Beruf und Privatleben. Dabei ist aber sehr wichtig, daß man niemals zeigt, daß man die Beförderung vermeiden will.

 

Fazit:

 

Das Peter-Prinzip bietet - verpackt in satirischer und ironischer Form - Erkenntnisse, die durch viele Beobachtungen in der Praxis erhärtet sind. Ausgangspunkt aller Unfähigkeit ist eine falsche Beförderung. Jeder sollte sich deshalb selbstkritischer prüfen, ob er eine neue Position auch wirklich ausfüllen kann, bevor er sie annimmt. Das gleiche gilt umgekehrt für alle Vorgesetzten, die Mitarbeiter befördern.

 

Aus : Management-Wissen  August 1977  Seite 6 – 10 (Mitarbeiterführung)

 

Literaturempfehlung:

 

Peter & Hull: Das Peter-Prinzip. Rowohlt Taschenbuch-Verlag, rororo Sachbuch Nr. 6793.

Peter: Das Peter-Programm. Rowohlt-Verlag, Hamburg.

 

 

von Caro Caballo - veröffentlicht in: Literaturempfehlungen - Community: Lunatic Fans Politblog
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