Manager in Indien verprügelt

Veröffentlicht auf von Caro Caballo

Indische Arbeiter stürmen Fabrik

Manager verprügelt

In einer indischen Autofabrik fand eine Arbeiterrevolte statt. Die Manager bezogen Prügel, der Personalchef starb in einem Feuer, das von Brandstiftern gelegt wurde.  Es handelt sich um das Maruti-Suziki-Werk, in Gurgaon in der Nähe von Delhi.

 

Dem Bericht in der TAZ war ein Foto beigefügt, welches Polizisten vor dem ausgebrannten

Maruti-Suzuki-Werk zeigt. Der Autor Georg Blume stellt die Frage, ob Indien sich auf dem Weg in den industriellen Klassenkampf befindet.

 

Auslöser war das Verhalten der Aufseher, die sich über einen Arbeiter der Unberührbaren Kaste lustig gemacht hatten und ihn belästigt hatten. Nach Angaben der Firmenleitung gab es 105 Verletzte, meist aus dem Management. Verhaftet wurden anschließend 99 Arbeiter.

Gerechtigkeit auf indisch, zumindest zahlenmäßig.

Das gut ausgelastete Werk wurde vorerst geschlossen. Nur 900 von 3.000 Arbeitern waren fest angestellt, der Rest bezog Monatsgehälter von rund 100 Euro –  was ungefähr einem indisches Putzfrauengehalt entspricht. Die Arbeitsbedingungen waren schlecht, im vergangenen Jahr wurde wegen der schlechten Bedingungen gestreikt. Anscheinend war die Werksführung der Meinung, "was juckts mich wenn die Sau sich an mir reibt", gebessert hat sich scheinbar nichts, sonst wäre es wohl kaum zu dem Eklat gekommen.  

Der Streik im letzten Jahr hatte zu Produktionsausfällen  und Verlusten in Höhe von 400 Millionen Dollar geführt und damit für Aufsehen gesorgt. Gelöst wurde die Situation durch einen Kompromiss, an den die Firmenleitung sich aber nicht hielt. Erst im Juni leitete die staatliche Arbeitsbehörde ein Verfahren gegen die Fabrikleitung ein, weil man sich dort nicht an die Abmachungen hielt.

Wieder einmal der Beweis, das Bossing verdammt teuer werden kann aber das wollen gewisse beratungsresistente Manager einfach nicht wahrhaben und so verbraten sie weiterhin, Jahr für Jahr die Gelder der Aktionäre und jammern über die schlechte Konjunktur.

Ihr Glaube daran, dass sie mit schlechtem, unterbezahltem Personal den Wettlauf um die vorderen Plätze im globalen Wettbewerb gewinnen können ist unerschütterlich. "Was juckt es die deutsche Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt".

Personalabteilungen verwenden ein Großteil ihrer Zeit allein darauf, Abmahnungen für jeden Furz zu schreiben und betreiben einen unverhältnismäßigen Aufwand damit, die Kündigungen für das Stammpersonal vorzubereiten um diese dann gegen Leiharbeiter auszutauschen. Der Umgangston gegenüber Untergebenen ist alles andere als zivilisiert oder kultiviert, wer redet schon kultiviert mit Arbeitern, die nicht einmal ein Abitur haben und von Haus unterbelichtet sind. Wer so austauschbar ist, der ist nichts wert, dafür hat unsere Politik gesorgt.

Vermutlich sind sie froh nicht in Indien angestellt zu sein, aber die Zeiten ändern sich auch hier.

Du bist globalisiert

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Veröffentlicht in Gruselkabinett

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